Liebesgedichte
Der Toten Weihnacht
von Johannes Römer
Lasst Weihnachtsglocken ehern klingen,
vom Turme lasst Sie schallend singen,
lasst rufen Sie ins weite Land,
hinaus bis an des Meeres Rand.
Lasst dort noch Ihre Töne hallen,
für die, die auf dem Meer gefallen,
dort tief den Schlaf der Toten halten,
im Reich der Ewigkeit Sie walten.
Gebt Gerechtigkeit und Frieden,
wenn Ihnen nicht auf Erd beschieden,
Ihr Toten Ihr erhebt euch all,
erhaltet Einzug in Wallhall.
Hebt euch weg von jenen Feldern,
aus der Menschen Mordeswäldern,
den dort Verderben triumphiert,
wo Todeshand die Sichel führt.
Kommt dahin wo euch gegeben,
wo Ihr solltet weiter Leben,
der Geist der Zukunft, er erhellt,
die Ruhmestaten dieser Welt.
Möge euch des Ruhmes Krone,
beschieden sein von jenem Throne,
dessen der die Welten waltet
und des Schicksals Macht gestaltet.
Gebt neue Kraft nun unserm Leben
damit euer nicht umsonst gegeben,
Das was euch einst auch erkor,
führt bald zum Siege uns empor.
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